Auszug aus dem Katalog zur gleichnamigen Ausstellung Balt Orient Express, IFA-Galerie, Berlin, 1996
(...) Der Blick von West nach Ost, das Wahrnehmen des Andersseins als exotisch fremdes, dem mit größter Sympathie sich zu nähern versucht wird, ist auch Tenor der Arbeit von Franz John, der an den einzelnen Stationen der Reise mit Hilfe eines Handkopierers Bilder von Wänden und Gegenständen abnimmt und sie so in der Installation authentisch rekonstruiert. Per Laptop und angeschlossener Überwachungskamera hat er während der Reise Momentaufnahmen gemacht und setzt daraus ein facettentreiches Gesamtbild zusammen. Er arbeitet vornehmlich mit der optischen Wahrnehmung, die er konsequent soweit abstrahiert, daß es logisch wird, mit fiktiver Fotografie zu arbeiten. Die Bilder werden nur noch beschrieben, nicht mehr realisiert, sie entstehen in seinem Kopf und werden in Notizen festgehalten, die dem unentwickelten Film beigegeben sind. Diese Fiktionen, mit denen eine Reihe der am Projekt beteiligten Künstlerinnen und Künstler arbeiteten, führen den konzeptionellen Gestus konsequent zu Ende. (...)
Dr. Barbara Barsch, Institut für Auslandsbeziehungen